Der Begriff “Yoga” wird heutzutage schnell und oft in den Mund genommen – oft ohne zu wissen, was Yoga eigentlich wirklich bedeutet. “Ich mache Yoga” oder “Ich gehe ins Yoga” sind Aussagen, die schnell gemacht, aber selten verstanden werden. Die wahre, komplexe Bedeutung des Wörtchens Yoga ist uralt, unglaublich vielseitig und sehr viel bedeutender, als Du vielleicht denken würdest.

 

Woher kommt der Begriff Yoga und was bedeutet er wörtlich?

Yoga, योगः‎ (yōgaḥ), kommt aus dem indischen Sanskrit und ist ein Jahrtausende altes Wort. Übersetzen kann man “Yoga” mit “Einheit” und grundlegend festhalten, dass Yoga in erster Linie vereinigen und verbinden will: den Körper und den Geist, das Unterbewusstsein und das Bewusstsein und das allgemeine Bewusstsein aller Existenzen. Das Wort Yoga lässt sich allerdings auch übersetzen mit “anschirren” oder “pflügen” – zwei alte deutsche Wörter, die den Wille zur Arbeit, zur Veränderung, den Tatendrang hinter Yoga beschreiben.

Eine Definition des Wortes lässt sich folgendermaßen finden: “[Yoga ist] ein aus dem so genannten östlichen, dem indischen Kulturkreis stammendes philosophisches System mit geistigen und körperlichen Übungen zur Erlangung verschiedener mentaler und körperlichen Fähigkeiten.”

Nicht zuletzt können wir Yoga im übertragenen Sinn auch mit “Harmonie” übersetzen. Und all das zeigt uns schon: Yoga ist mehr, als auf der Yogamatte turnen.

 

Welche Bedeutung steckt hinter dem Wort Yoga?

Yoga ist also nicht nur der “Sport auf der Matte”, sondern eine rund 5.000 Jahre alte indische Lehre und Philosophie, die einen Menschen ins Gleichgewicht bringen und ihm die Erkenntnis über sich selbst näher bringen soll – spirituell wird hier oft von einem kollektiven Bewusstsein, der Erleuchtung oder auch von Gott gesprochen. Diese Erfahrungen kann und muss allerdings jeder für sich selbst machen.

Yoga ist nicht festgelegt auf eine Kultur, auf eine Sprache, auf ein Land oder auf eine Religion. Yoga hat seinen Ursprung zwar in Indien und damit viele Gemeinsamkeiten mit Hinduismus und Buddhismus, ein Yogi kann allerdings jeder oder auch keiner Religion angehören. Er findet die Wahrheit in sich selbst.

Um ein bisschen konkreter zu werden: Was gehört also alles zum Yoga? Ja, es sind die Übungen, die wir auf der Yogamatte ausführen, die sogenannten Asanas. Zum Yoga gehört aber viel, viel mehr: Atemübungen (Pranayama) oder Reinigungstechniken (Kriyas) sowie die Meditation sind ebenso wichtige Praktiken wie die körperliche Tätigkeit. Und auch alle anderen Dinge, die Du vielleicht schon einmal im Zusammenhang mit Yoga gehört hast, gehören zu der alten indischen Tradition: Ayurveda, Mantras, Mudras, Bandhas oder Satsang sind hier nur einige Begriffe, die Teil von Yoga sind. Nicht zuletzt sind auch ethisch korrektes Handeln und Denken, also Selbstkontrolle und spezielle Verhaltensregeln die zwei Grundsäulen des Yoga. Und wir müssen uns eingestehen: Nur weil wir auf der Matte stehen, machen wir noch längst kein Yoga – wir praktizieren Asana, einen Teil von Yoga.

Welche Yoga-Arten gibt es und wie sollten wir “unser Yoga” besser nennen?

Die körperbetonte Form von Yoga, die wir praktizieren wenn wir die Yogamatte ausrollen und unsere Praxis idealerweise auch noch um Pranayama oder Meditationsübungen erweitern, nennt sich “Hatha Yoga. Und ganz gleich, ob Du nun “Power Yoga”, “Vinyasa Flow”, “Bikram Yoga” oder “Ashtanga” praktizierst – all diese relativ neuen Yoga-Formen haben ihren Ursprung im Hatha-Yoga und sind speziellere, unterschiedliche Praktiken.

Neben Hatha Yoga, der den körperlichen Aspekt und die Anstengung fokussiert, gibt es allerdings noch weitere Arten von Yoga, die Körper und Geist vereinigen wollen, jedoch ganz andere Schwerpunke haben und in der westlichen Welt oft nur geringe Beachtung erfahren.

 Yogaformen

  • Kundalini Yoga: Die wohl noch bekannteste weitere Form von Yoga ist Kundalini. Auch wenn manche Yogastudios bereits Kundalini-Stunden anbieten, liegt der Fokus hier ursprünglich auf Atemtechniken. Im Kundalini geht es im Wesentlichen um die Energie, die in Form einer Schlange (=Kundalini) in unserem untersten Chakra verwurzelt ist und durch die Öffnung unserer Chakren und Nadis befreit werden soll. Das tatsächliche Öffnen dieser Chakren ist allerdings wesentlich komplexer, als dass eine Yogastunde dafür ausreichen würde. Die Praxis von Kundalini Yoga wird allerdings immer beliebter, geht in diese Richtung und unterscheidet sich im besten Falle auch deutlich vom Hatha Yoga.
  • Karma Yoga: Im Karma Yoga geht es, wie der Name schon verrät, um die gute Tat. Weder Asanas noch Pranayama liegen hier im Fokus, es geht hier nicht um körperliche Praktiken. Karma Yoga praktizierst Du, wenn Du selbstlos und nach bestem Wissen und Gewissen Deinen Mitmenschen und Deiner Umwelt gegenüber handelst. Dann funktioniert das auch mit dem guten Karma!
  • Bhakti Yoga: Die Hingabe zu etwas Göttlichem. Bhakti Yoga funktioniert auf der Gefühlsebene. Mantra singen, Gebete, Zeremonien sind Teil dieses Yogas, der in unserer westlichen Welt schon fast vergessen, in Indien und im Hinduismus allerdings von großer Bedeutung ist.
  • Raja Yoga: Auch wenig bekannt und zu wenig beachtet in unseren Yogastudios ist die Meditation an sich, das Beruhigen der Gedanken, die Erweiterung des Bewusstseins. Raja Yoga ist auf Patanjalis “Yogasutra zurückzuführen und somit eine der größten Wurzeln des Yoga.
  • Jnana Yoga: Und noch eine unbekannte Form von Yoga: der wissensbetonte, philosophische Aspekt. Jnana Yoga zu praktizieren bedeutet, sich aktiv gedanklich auseinanderzusetzen mit Fragen über sich selbst, über das Göttliche, über den Sinn des Lebens. Und vielleicht praktiziert der ein oder andere unter uns diese Form von Yoga ja schon täglich und kann mit gutem Gewissen behaupten, er habe heute Yoga gemacht 😉

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Foto: shutterstock.com/idome

Quellen:
https://wiki.yoga-vidya.de/Yoga
https://www.wortbedeutung.info/Yoga/